Andreas Neugeboren ist jetzt zwar offiziell im Ruhestand, doch ans Kürzertreten denkt er deshalb noch lange nicht.
Die untergegangene DDR hatte nur ganz wenig Platz gelassen, für „private“ Züchter und Besitzer, die – allen Repressalien zum Trotz – ihren Rennpferdebestand aus eigener Zucht erhalten durften.
Daher war die Euphorie groß, als es plötzlich wieder möglich war, eigene Renn- oder Zuchtpferde zu halten und vor allem auch starten lassen zu können. Schon 1990 wurde die „Mitteldeutsche Besitzervereinigung e.V.“ als Regionalverband Ost der „Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V.“ gegründet. Sie setzt sich seitdem für die Belange ihrer Mitglieder sowie aller Züchter und Besitzer ein.
Die Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen wiederum ist der Zusammenschluss der deutschen Vollblutzüchter und -besitzer , mit Zuchten und Rennställen jeder Größenordnung. Obwohl die Mitgliedschaft freiwillig ist, repräsentieren die Mitglieder der Vereinigung etwa zwei Drittel des gesamten Pferdebestandes an Zucht- und Rennpferden in Deutschland.
Der Mitteldeutschen Besitzervereinigung e.V. gehören aktuell ca. 80 Mitglieder an, darunter Besitzer und Züchter zahlreicher Gruppe- und Listensieger.
Präsident der Mitteldeutschen Besitzervereinigung ist seit rund 16 Jahren Andreas Neugeboren. Der vor allem aus dem Fernsehen bekannte Moderator wurde vom Mitteldeutschen Rundfunk, zwar unlängst in den verdienten Ruhestand verabschiedet, will aber rund um den Galopprennsport weiter aktiv bleiben. Grund genug, einmal bei ihm nachzufragen.

Herr Neugeboren, Wann hatten sie die erste Begegnung mit dem Rennsport ?
Andreas Neugeboren: Schon zu DDR Zeiten besuchte ich Rennveranstaltungen in Halle , Dresden, Hoppegarten oder Leipzig und verfolgte die Starts der halleschen Pferde , die immer sehr erfolgreich waren. Ich hatte sogar Statistiken über diese geführt.
Und wann wurden sie dann selber aktiv ?
Mit der Wende , als ich noch Schauspieler und Radiomoderator war, wurde ich gefragt , ob ich in Halle an den Renntagen moderieren könnte. Nach kurzer Zeit holte mich Carl Stefan Wentzel , der damalige Präsident, auch in den Vorstand des Rennvereins.
Was dann folgte, kam Schlag auf Schlag. Die erfolgreichste Rennreiterin Europas Angelika Glodde wurde arbeitslos und ich überredete sie einen Pferdewirtschaftsmeisterlehrgang in Köln zu besuchen. 1995 bestand sie die Prüfung und wir gründeten ein zweites Trainingsquartier in Halle.
Wie war das mit ihrem Job als Radio- und Fernsehmoderator beim MDR zu vereinbaren ?
Das weiß ich selbst nicht mehr, wie ich das geschafft habe. Die vielen Sendungen im MDR und ein Rennstall mit bis zu sieben Beschäftigten und bis zu 40 Pferden im Training.
Renntage in ganz Deutschland und die langen Fahrten dorthin mit dem eigenen LKW an den Wochenenden. Es waren schon verrückte , aber sehr erfolgreiche Zeiten. Die Glodde & Partner GbR sattelte weit über 400 Sieger.
Und das trotz sehr schlichter Bedingungen in Halle, die Bahn wurde ja immer wieder von schweren Hochwassern heimgesucht?
Das ist wohl wahr! Insgesamt sieben Mal haben wir mit den Pferden wegen Hochwassers ausziehen müssen. Asyl fanden wir auf benachbarten Reiterhöfen oder in Leipzig auf der dortigen Rennbahn. Das hat uns als Trainingsquartier natürlich immer wieder zurückgeworfen.
Aber wir haben weitergemacht, bis die Rennbahn rekonstruiert war, weil wir wollten, dass weiter Pferde auf der Rennbahn in Halle trainiert werden.
Beim Mitteldeutschen Rundfunk sind sie unlängst gebührend in den Ruhestand verabschiedet worden, machen sie auf der Rennbahn weiter?
Ja unbedingt, ich moderiere den Renntags- Livestream in Magdeburg und Dresden ,
bin seit 16 Jahren Präsident der ostdeutschen Züchter und Besitzer und vertrete den Osten im Verband. An erster Stelle, steht allerdings die Rennbahn in Halle (Saale), die eine gute Zukunft haben soll.